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Über mich

8"-Dobson oder doch lieber ein Piratenfernrohr? ;-)
Piratenfernrohr

Ein paar persönliche Anmerkungen:

Ich habe als elfjähriges Kind mit einem "Piratenfernrohr" (das sind diese 25x30-Röhren mit dreifach ausziehbarer Schiebefokussierung) damit begonnen, den Mond zu beobachten.

Das Bild zeigt genau das Gerät, das ich damals hatte. Es war von Foto-Quelle ('Revue') und zeichnete sich durch ein erstaunlich gutes 30 mm-Objektiv (verkitteter Achromat) aus.

Ich fürchte aber, heutzutage kann man auch grottenschlechte, ähnlich aussehende Teleskope mit Plastiklinsen kaufen.

Anyway, der Tubus eines zerlegten Mikroskops diente als prima Fensterbankstativ. Fernrohr und "Stativ" waren mittels eines Gummibandes (zur Schwingungsdämpfung!) verbunden. ;-)

Die optische Leistung war zunächst unbefriedigend. Es musste ein Tuning her! Pimp my Piratenfernohr, oder so ähnlich. Gut, das gab es damals noch nicht ...

Wie bekommt man ein bessere Abbildung? Durch die Reduzierung der optischen Flächen, welche die Bildfehler verursachen! (Deshalb schwören viele auf Spiegelfernrohre nach Newton.)

Nach dem Ausbau der unsäglichen Umkehrlinsenkombination verringerte sich die Vergrößerung auf ca. 12x und die Bildqualität verbesserte sich um ca. das Dreifache. Dass jetzt alles auf dem Kopf stand und spiegelverkehrt war, störte mich nicht wirklich. Aber der Mond war plötzlich knackscharf zu sehen!

Auch Messier-Objekte wurden aufgesucht, und vor allem die helleren, allen voran Plejaden und Orionnebel, boten einen faszinierenden Anblick im 30 mm-Objektiv. Selbstverständlich versuchte ich mich auch an der Auflösung von Doppelsternen.

Ich hatte monatelang Spaß mit einem Minifernrohr, dessen optische Leistung - und vor allem dessen Gesichtsfeldgröße - von jedem besseren Sucherfernrohr in den Schatten gestellt wird.

Wer heutzutage erzählt, man müsse als Einsteiger mindestens mit einem 20cm-Spiegelfernrohr anfangen, weil man ja sonst nichts sähe, erzählt für meine Begriffe blanken Unsinn.

Ein Schulkamerad borgte mir ein später ein 8x30-Fernglas von Foto Porst. Das Glas zeigte an den Fenstern des gegenüberliegenden Hauses spektakuläre Kissenverzerrungen, aber der Blick damit in die Sommermilchstraße hat mir die Socken ausgezogen!  ;-)

Später kam ich den Besitz eines kleinen achromatischen Objektivs mit 40mm Durchmesser und ca. 600mm Brennweite. Damit baute ich mir einen kleinen Refraktor. Der Tubus war aus Sperrholz und die Laubsäge kam oft zum Einsatz. Die Montierung bestand aus Hartfaser-Platten und ein paar Schrauben, Muttern und Beilagscheiben.

Das Objektiv war nicht besonders gut, es zeigte gerade so die Hauptbänder auf Jupiter, besser schon den Saturn-Ring. Trotzdem wartete ich jeden Tag wie besessen auf den Abend und verfolgte täglich die Bewölkung.

Was will ich damit sagen? Wenn die Liebe zur Astronomie vorhanden ist, spielt die instrumentelle Ausrüstung eher eine Nebenrolle. Das teuerste Luxusinstrument wird schnell in der Ecke verstauben, wenn die Begeisterung fehlt.