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Bresser Messier R-90

Klick und groß!

Ein 90/900-Fraunhofer auf der Montierung MON-1.

Die MON-1 ist weitestgehend identisch mit der Astro-4, das Stativ jedoch eine Klasse besser.

Dringend empfehlenswert bei der MON-1 (so wie bei allen mir bekannten Montierungen aus China) ist der Austausch des unendlich zähen Originalfettes gegen ein vernünftiges Schmierfett. Ich habe den "China-Honig" mit Terpentinersatz entfernt und durch lithiumverseiftes Mehrzweckfett aus dem Baumarkt ersetzt. Die Montierung lässt sich sehr einfach zerlegen, ein kleiner Inbusschlüssel ist alles, was man dazu braucht.

Lohn der Mühe ist eine viel leichtgängiger und gleichmäßiger laufende Montierung, sowie bei angebautem Nachführmotor eine längere Batterielebensdauer.

Der auf dem Foto erkennbare Polsucher (der stammt aus einer Astro-4) und der Nachführmotor gehören nicht zum Lieferumfang. Man beachte übrigens die geniale Anordnung der Diodenbuchse am Nachführmotor in Richtung der Deklinationsachse. Prädikat "hirntot". (Hint: der Stecker der Handbox ist gerade und relativ lang.)

Original ist die Plastik-Rohrschelle, ähnlich der des Lidl-Scopes. Auf sämtlichen Bildern von Anbietern des Bresser R-90, sowie auch in der Bedienungsanleitung, sieht man eine offensichtliche ältere Ausführung mit vernünftigen Rohrschellen, aber ohne Schnellkupplung an der Montierung.

Schwachpunkte des R-90 sind der Kunststoff-Okularauszug und die sehr verwindungsfreudige Sucherhalterung aus Plastik, die über zwei Rändelmuttern an zwei aus dem Tubus ragenden Schrauben "befestigt" wird. Richtig fest wird's nie, und einmal versehentlich gegen den Sucher gerumpelt dürfte die schönste Justage wieder zunichte machen. Wieso kann Meade das Scope nicht etwas teuer machen und einen Sucherschuh nebst Halterung aus Metall spendieren? Hier wird eindeutig am falschen Ende gespart.

Der Sucher selbst ist brauchbar.

Das Objektiv hat anscheinend eine gute Abbildungsleistung, ausführlichere Test stehen allerdings noch aus. Die drei in praktischen Schutzbehältern mitgelieferten Okulare machen einen ordentlichen Eindruck

Ein dickes Lob gibt es für die im Lieferumfang enthaltene "Teleskop-Fibel für Einsteiger".

Hier ein First Light-Foto durch das Teleskop. Das geht sicher noch besser, wenn mal wetterbedingt mehr als 15 Minuten Zeit bleiben.

Gegenüber dem Einzelpreis einer Astro-4 bekommt man hier für 50.- EUR mehr zusätzlich einen Refraktor, ein besseres Stativ, drei Okulare, ein Zenit-Prisma, eine 2-Barlow und - jedenfalls beim Astroshop - noch jede Menge Dreingaben: ein Fernglas 10x25 (brauchbar), einen Kompass, einen Lenspen, ein Microfasertuch, eine CD mit "Carte Du Ciel"-Planetariumssoftware. Habe ich etwas vergessen?

Klick und groß!

Auf dem Foto oben habe ich die Original-Plastikrohrschelle durch bessere Schellen aus Metall ersetzt.