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Einsteiger-Infos

Hier drei Tipps für Einsteiger:

  1. Zunächst kein Teleskop kaufen, sondern dieses Buch: Welcher Stern ist das?
  2. Als erstes Instrument ein Fernglas zulegen, falls im Haushalt nicht schon eines vorhanden ist. Es sollte mindestens ein 8x30 sein. (8-fache Vergrößerung, 30mm Objektivdurchmesser.) Gut geeignet sind 7x50- oder 10x50-Gläser. Für letztere kann die Montierung auf einem Fotostativ Wunder bewirken.
  3. Vor dem Kauf des ersten Teleskops die Hilfe und Beratung von erfahrenen Sternfreunden suchen.

8"-Dobson oder doch lieber ein Piratenfernrohr? ;-)

Ein paar persönliche Anmerkungen:

Ich habe als Kind mit einem "Piratenfernrohr" (das sind diese 25x30-Röhren mit dreifach ausziehbarer Schiebefokussierung) damit begonnen, den Mond zu beobachten. Der Tubus eines zerlegten Mikroskops diente als prima Fensterbankstativ. Fernrohr und "Stativ" waren mittels eines Gummibandes (zur Schwingungsdämpfung! ;-) verbunden.

Die optische Leistung war zunächst unbefriedigend. Es musste ein Tuning her! Pimp my Piratenfernohr, oder so ähnlich. Ok, das gab es damals noch nicht...

Wie bekommt man ein bessere Abbildung? Durch die Reduzierung der optischen Flächen, welche die Bildfehler verursachen! (Deshalb schwören viele auf Spiegelfernrohre nach Newton.)

Nach dem Ausbau der unsäglichen Umkehrlinsenkombination verringerte sich die Vergrößerung auf ca. 12x und die Bildqualität verbesserte sich um ca. das Dreifache. Dass jetzt alles auf dem Kopf stand und spiegelverkehrt war, störte mich nicht wirklich. Aber der Mond war plötzlich knackscharf zu sehen!

Aber auch Messier-Objekte wurden aufgesucht, und vor allem die helleren, allen voran Plejaden und Orionnebel, boten einen faszinierenden Anblick im 30 mm-Objektiv. Selbstverständlich versuchte ich mich auch an der Auflösung von Doppelsternen.

Ich hatte monatelang Spaß mit einem Minifernrohr, dessen optische Leistung - und vor allem dessen Gesichtsfeldgröße - von jedem besseren Sucherfernrohr in den Schatten gestellt wird.

Wer heutzutage erzählt, man müsse als Einsteiger mindestens mit einem 20 cm-Spiegelfernrohr anfangen, weil man ja sonst nichts sähe, erzählt für meine Begriffe blanken Unsinn.

Ein Schulkamerad borgte mir ein später ein 8x30-Fernglas von Foto Porst. Das Glas zeigte an den Fenstern des gegenüberliegenden Hauses spektakuläre Kissenverzerrungen, aber der Blick damit in die Sommermilchstraße hat mir die Socken ausgezogen!  ;-)


Später kam ich den Besitz eines kleinen achromatischen Objektivs mit 40mm Durchmesser und ca. 600mm Brennweite. Damit baute ich mir einen kleinen Refraktor. Der Tubus war aus Sperrholz und die Laubsäge kam oft zum Einsatz. Die Montierung bestand aus Hartfaser-Platten und ein paar Schrauben, Muttern und Beilagscheiben.

Das Objektiv war nicht besonders gut, es zeigte gerade so die Hauptbänder auf Jupiter, besser schon den Saturn-Ring. Trotzdem wartete ich jeden Tag wie besessen auf den Abend und verfolgte täglich die Bewölkung.

Was will ich damit sagen? Wenn die Liebe zur Astronomie vorhanden ist, spielt die instrumentelle Ausrüstung eher eine Nebenrolle. Das teuerste Luxusinstrument wird schnell in der Ecke verstauben, wenn die Begeisterung fehlt.

Also: als Anfänger nicht über der verwirrenden Vielfalt von Teleskopen verzweifeln:

  • Wenn es ein Refraktor sein soll: Nicht unter 80mm Objektivdurchmesser anfangen. (Ausnahme: Lidl-Scope.)
  • Wenn es ein Newton-Reflektor sein soll: Nicht unter 114mm anfangen.

Wer des Englischen mächtig ist, findet eine gute Anleitung zur Auswahl eines Teleskops bei http://www.howtopickatelescope.com/.